Brinkmann und Klüser in der NDR-Plattenkiste

May 24 2021

Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten-Hemmoor e.V. gestaltet die Sendung Plattenkiste von NDR 1 Niedersachsen.

Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten-Hemmoor e.V. gestaltet die Sendung Plattenkiste von NDR 1 Niedersachsen

Viel zu erzählen gab es in der Sendung „Plattenkiste“ von NDR 1 Niedersachsen am 22. Mai. Zwischen 12 und 13 Uhr waren Lothar Klüser und Karl-Heinz Brinkmann von der Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten-Hemmoor e.V. bei Moderatorin Martina Gilica zu Gast.

 

v.l. Lothar Klüser, Karl-Heinz Brinkmann und Martina Gilica

 

Vom 1. Oktober 1909 bis 31. Mai 1974 war die Fähre in Betrieb. Betreiberin war die Gemeinde Osten, die die Kosten für den weiteren Erhalt nicht mehr aufbringen wollte, erzählt Karl-Heinz Brinkmann. So wurde die Schwebefähre an den damaligen Landkreis Hadeln (heute LK Cuxhaven) übergeben. Der aber wollte alles abreißen lassen. In Osten regte sich Widerstand, eine Bürgerinitiative begann die Arbeit – daraus entstand dann 1975 der Verein. Ein hannoverscher Denkmalschützer stellte die Schwebefähre unter Denkmalschutz. Außerdem wäre der Abriss teurer als der möglicherweise zu erzielende Schrottpreis gewesen. Der Kreis entschied sich für die vorläufige Sanierung und hoffte auf später bessere Schrottpreise. Der junge Verein bestand anfangs aus nur 47 Personen, inzwischen sind sie 265 weltweit – und an Abriss denkt niemand mehr.

 

Der Dienst als Fährmann auf dem Denkmal ist faszinierend, schwärmt Lothar Klüser. Gern vermittelt er die Geschichte der Schwebefähren an seine Gäste aus aller Welt – denn nur noch acht Schwebefähren gibt es weltweit. Er wohnt in Sichtweite der Fähre und ist seit der ersten Stunde Vereinsmitglied. Inzwischen ist er im Vorstand und hat auch das 100. Jubiläum mit organisiert. Den Führerschein als Fährmann zu machen, war für ihn selbstverständlich. Der Förderverein bildet Fährleute aus: technisches Verständnis für die Fähre und Verantwortungsbewusstsein für die beförderten Gäste oder auch den Querverkehr wie Sportboote ist Voraussetzung. Aber wer Probleme mit der Technik kann, kann immerhin noch im Museum mitmachen und dort die Faszination Schwebefähre erleben.

 

Weltweit einzigartig ist die Schwebefähren-Fährfrau, die gerade begonnen hat. Ihr Ehemann ist Fährmann und im Vereinsvorstand. Da wollte sie auch unbedingt mitmachen im Fährteam, zumal sie inzwischen auch im Vorstand sitzt. Das Team ist stolz darauf, „Fährfrau Susanne“ dabei zu haben. Unter Auflagen fährt die Fähre inzwischen auch wieder am Wochenende. Informationen dazu finden sich auf der Seite www.schwebefaehre-osten.de<http://www.schwebefaehre-osten.de>. Die Fähre schwebt sehr leise und gemächlich über die Oste, denn sie hatte von Anfang an einen Elektroantrieb.

 

Unterwegs mit ihren Gästen erleben die Fährleute oft Lustiges. Sie erzählen auch mal scherzhaft etwas, das nicht der Wahrheit entspricht und für überraschte Gesichter sorgt. Doch 90 % sind wahr, der Rest ist Spaß, der schnell wieder aufgeklärt wird – wie bei der Warnung vor Seekrankheit, zu der es natürlich in den mehr als 100 Jahren Betrieb nie kam.

 

Ein Wunsch hat sich bislang noch nicht erfüllt: Seit Jahren hoffen sie darauf – wie auch für alle anderen sieben Schwebefähren, dass diese bald als Weltkulturerbe anerkannt werden.

 

Immer am Sonnabend stellen sich zwischen 12 und 13 Uhr Vereine, Clubs und Organisationen bei NDR 1 Niedersachsen in der Sendung „Plattenkiste“ vor. Informationen zur Bewerbung finden Sie unter www.ndr.de/ndr1niedersachsen.

 

Hier können Sie die Sendung noch einmal hören »

 

 

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