Land zwischen den Strömen

Dec 08 2021

Teil 2  -  Von der Elbe bis zur Ostsee

Schwebende Fähren, versunkene Dörfer, verschollenes Handwerk, weltberühmte Orgeln und ein Storchenvater den Tränen nah.

Teil 2  -  Von der Elbe bis zur Ostsee

 

Donnerstag, 23. Dezember 2021 um 20.15 Uhr 

 

Ein Film von Manfred Schulz  

Gefördert mit Mitteln der nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH

 

Der Norden Deutschlands, vom Wasser aus entdeckt, auf einem Plattbodenschiff dem Takt von Ebbe und Flut folgend. Auf Elbe und Eider und ihren verwunschenen Nebenflüssen. Und frei von den Gezeiten über den Nord-Ostsee-Kanal, der meist befahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt. Von der Nordsee zur Ostsee - mit dem Boot quer durchs Land, fast so wie die Wikinger schon fuhren. Mal einsam segelnd auf fast vergessenen Wasseradern und mal mittendrin im Getümmel der Containerriesen.

Eine Reise durch faszinierende und vielfältige Landschaften. Alle haben ihre ganz eigenen Geschichten: In Hamburg, der pulsierenden Metropole am großen Elbestrom, spielen Sturmflutschutz und Wasserversorgung seit jeher eine überlebenswichtige Rolle.

Elbabwärts auf schleswig-holsteinischer Seite liegt die idyllische Haseldorfer Binnenelbe - Rückzugsort für Tiere und Planzen, die es nur hier noch gibt … und Heimat der Bandreißer, deren Handwerk wieder in Mode kommt. Eines ihrer Dörfer, Bishorst, wurde von einer Sturmflut verschlungen. Die einst viel befahrene Krückau, die die Elbe mit Elmshorn verbindet, ist fast versandet. Die Fahrt auf ihr ist ein kleines Wagnis. Dicht am Elbufer liegt das verträumte Städchen Glückstadt, einst dänisch und berühmt für seinen Matjeshering. Weiter westlich führt die Stör nach Wilster und zur Wilsterau, wo der Norden Deutschlands am tiefsten ist - dreieinhalb Meter unter Null. Gäbe es nicht Deiche und Schöpfmühlen, wäre hier zweimal am Tag Land unter.   

Auf der niedersächsischen Seite zweigt die Oste von der Elbe ab und schlängelt sich durch alte Kulturlandschaften, in der reiche Marschbauern und arme Moorkolonisten lebten. Da gibt es ein Teufelsmoor. Und fast jeder kennt die Künstlerkolonie Worpswede, deren Bewohner echte Visionäre sind.  

Die Elbe mündet ins Wattenmeer, einem UNESCO-Weltnaturerbe wo sich Robben, Krabben und  Gliebfischer tummeln. Vor der Vogelinsel Trischen lässt die Crew des Plattbodenschiffs ihr Boot  trockenfallen… und bekommt Besuch.

Die Vogelwärterin erzählt, was ihr Leben ganz allein auf Trischen so besonders macht. Mit dem nächsten Hochwasser geht es weiter zur Eidermündung, und von dort wieder landeinwärts, durch altes Siedlungsgebiet der Wikinger. Auch Dänen und Holländer haben hier Spuren hinterlassen, wie in Friedrichstadt mit ihren Grachten. Den damals dänischen Eiderkanal zählte man einst zu den technischen Weltwundern.

Die Flusslandschaften hier sind wieder anders: trockengelegtes Seenland, Refugium für bedrohte Wiesenvögel sowie Storchendörfer und uralte Feldsteinkirchen. In einer alten Eisengießerei bei Rendsburg, direkt am Nord-Ostsee-Kanal präsentiert man Kunstwerke aus aller Welt - in einer der bedeutendsten Austellungen Europas. Von hier ist Kiel-Holtenau nicht mehr weit mit seinen gewaltigen Schleusen auf die Förde hinaus zur Ostsee, dem Ziel dieser Reise.

Eine Erlebnisfahrt kreuz und quer durch norddeutsches Land wie sie kontrastreicher und spannender kaum sein kann.
 

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